Stellenausschreibung texten – ja, so geht´s

Auch Sie können Stellenbeschreibungen so texten, dass Sie bessere Bewerber erhalten.


Stellenanzeigen texten nach Checkliste – das funktioniert nicht wirklich. Wie Sie aussagekräftige und begeisternde Stellenanzeigen formulieren und wann oder warum es doch manchmal besser sein kann, diese Kunst zu delegieren, erfahren Sie aus diesem Beitrag.

Sie müssen oder wollen eine Stellenausschreibung texten aber irgendwie will der Anfang nicht so recht gelingen? Sie haben bereits mehrfach angesetzt, aber Ihr Stellenausschreibungstext überzeugt nicht einmal Sie selbst? Dann haben Sie jetzt zwei Möglichkeiten.

1. Sie delegieren das Texten Ihrer Stellenbeschreibung an einen Profi.
2. Sie atmen einmal ein und einmal aus. Und beantworten sich dann ganz ehrlich die folgende Frage:

 

Habe ich überhaupt Lust dazu, die Stellenanzeige selbst zu texten?
Falls die Antwort negativ ausfällt, gehen Sie zurück zu Antwort 1. Fällt die Antwort positiv aus, sind Sie schon fast am Ziel. Denn nur, wer mit Begeisterung schreibt, kann überzeugen.

 

Stellenausschreibung texten:
Finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen


Gehen wir einen Schritt weiter und fragen wir:

Woher stammt Ihre Begeisterung? Warum ist es gut, sich auf Ihre Stellenausschreibung zu bewerben? Warum lieben Sie Ihr Unternehmen, so wie es ist? Was schätzen Sie an Ihren Mitarbeitern und was an den Produkten, die Sie herstellen oder verkaufen, den Services und Dienstleistungen, die Sie anbieten?

Sie müssen die Antworten auf diese Fragen nicht gleich in stilistisch perfekte Aussagen überführen. Sie sollten sich aber zunächst einmal in Stimmung bringen, sprich: Das Besondere an Ihrem Unternehmen herausarbeiten.

Gehen Sie dann weiter und arbeiten Sie sich an folgenden Fragestellungen ab:

  • Wie stellen Sie sich einen Bewerber vor, der am besten ins Team passt?
  • Was soll die Person tun und was muss sie dafür können?
 

Werden Sie konkret und präzisieren Sie Ihre Vorstellungen


Versuchen Sie diese Fragen so konkret wie möglich zu beantworten. Stellen Sie fest, dass Sie keine konkreten Antworten geben können, dann haben Sie den Grund für Ihre vorausgehende Schreibblockade bereits gefunden. Denn niemand kann spannend über etwas schreiben, was er nicht kennt. Das bemerken Sie selbst am besten, wenn Sie sich im bekannten Einerlei der Stellenanzeigen umschauen.

Jedes der Unternehmen, das sich mit solchen Stellenausschreibungen präsentiert, stellt zu Beginn seine Einzigartigkeit heraus. Präsentiert sich wie ein Weltmarktführer, hat die höchsten Qualitätsstandards oder tritt als Start-up mit einer Idee auf den Markt, die zuvor niemand hatte.

Aber sobald es dann um die konkrete Tätigkeitsbeschreibung, um das Stellen- und um das Bewerberprofil geht, gleichen sich die Anzeigentexte wie ein Ei dem anderen. Plötzlich ist die Einzigartigkeit vergessen und man sucht den schnöden Ingenieur, dem nichts zu schwer ist, der

  • zuverlässig,
  • belastbar,
  • teamfähig,
  • kommunikativ,
  • flexibel,
  • lösungsorientiert …

an irgendwelchen dubiosen Projekten mitarbeitet oder irgendwas plant und koordiniert.

Tun Sie sich und Ihrem Unternehmen einen Gefallen. Schreiben Sie einen solchen Text nicht ein weiteres Mal ab und um. Sie suchen nicht irgendwen für irgendwas. Sie haben konkrete Vorstellungen und die müssen Sie nun präzisieren. Und falls es daran fehlt, hilft es, dass Sie zunächst einmal die Abteilung aufsuchen, für die ein neuer Mitarbeiter gesucht wird. Fragen Sie das Kollegium, was man können, wissen und wie man so sein sollte, um ins Team zu passen. Erst dann können Sie definieren, was „teamfähig“ für Ihr Unternehmen überhaupt bedeutet.

 

Was haben Sie, was andere nicht haben?


Haben Sie die benötigten Informationen zusammen, folgt Schritt drei: Was haben Sie zu bieten, das über eine leistungsgerechte Vergütung und das Firmenhandy hinausgeht? Natürlich geht es immer auch um Geld, Urlaub, Sozialleistungen. Aber wie ist es um den Zusammenhalt bestellt, um Firmenevents, Bürohund, Familienzeiten, Weiterbildung, Raum, sich auch persönlich weiterzuentwickeln, das Gefühl, nicht nur ein Angestellter unter vielen zu sein, sondern eine Person, auf die es ankommt? Wie ist der Tagesablauf bei Ihnen geregelt und gibt es darin Highlights?

Haben Sie die W-Fragen (warum, was, wer, wofür, welche Entlohnung) ernsthaft zu beantworten versucht, gestaltet das Schreiben selbst sich schon deutlich einfacher. Berücksichtigen Sie hierfür die folgenden Tipps:

 

Jetzt geht’s richtig los:
das Stellenangebot ausformulieren und verbessern


Verzichten Sie, soweit es geht, auf Floskeln. Attribute wie „teamfähig“ oder „lösungsorientiert“ oder „flexibel“ sind und bleiben Floskeln, wenn Sie diese nicht mit Leben füllen können, wenn Sie nicht konkret benennen können, was sie in Ihrem Unternehmen bedeuten. Ob Sie diese Attribute überhaupt benötigen, merken Sie, wenn Sie anfangen, Sie zu definieren. Und sobald Sie damit anfangen, fallen Ihnen bestimmt auch Begriffe ein, die es besser treffen. Oder eben nicht, dann bleiben Sie dabei, platzieren sie aber sinnvoll und verwenden sie nicht als öde Aneinanderreihung nichtssagender Eigenschaften.

 

Verlocken statt verheißen


Versuchen Sie immer so konkret wie möglich zu werden. Sie müssen nicht alles beschreiben, was der Servicetechniker bei Ihnen zu tun bekommt, aber es sollte gelingen, ihm einen Einblick zu vermitteln, was wichtige Aufgabenstellungen sind. Formulieren Sie positiv, stellen Sie konkrete Bezüge her, die verlockend erscheinen. Es ist gut, wenn Ihr Unternehmen 10.000 Mitarbeiter hat. Aber es ist eine schreckliche Vorstellung, einer von 10.000 zu sein. Stellen Sie dem neuen Mitarbeiter dann lieber seine Abteilung vor.

 

Merkmale beschreiben, ohne sie zu benennen


Möglicherweise haben Sie die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Charaktere am besten ins Unternehmen passen. Vielleicht möchten Sie eine bestimmte Altersgruppe ansprechen, bevorzugt weibliche Bewerber ins Boot holen oder bestimmte Nationalitäten eher ausschließen, weil es zwischen jenen und den Mitarbeitern anderer Nationalitäten, die bereits bei Ihnen arbeiten, oft Ärger gibt. Sie wissen natürlich, dass das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz es zurecht verbietet, solche Merkmale in eine Stellenanzeige aufzunehmen.

Möglich ist es jedoch, bestimmte Anforderungen schon über Formulierungen, Bilder oder Beschreibungen des Unternehmens und der Tätigkeit hervorzuheben. Wenn es ein junges Team ist, indem man einander duzt, dann schreiben Sie auch in einer jungen Sprache und behalten Sie das Duzen bei. Wenn der Bewerber körperlich extrem belastbar sein muss, dann schildern Sie kurz eine typische Situation, für die das zutrifft. Und wenn Sie einen besonders intelligenten Kopf suchen, der einen IQ von mindestens 140 hat, dann lassen Sie den Bewerber doch zunächst ein kniffliges mathematisches Rätsel lösen, dessen Antwort eine Chiffre ergibt, die im Anschreiben auftauchen muss.

Der Vorteil: Sie müssen sich selbst noch einmal damit befassen, ob Sie Vorurteile gegen bestimmte Bewerbertypen hegen oder ob es ernst zu nehmende Gründe dafür gibt, dass Sie eine kinderlose Mittdreißigerin mit Portugiesischkenntnissen suchen.

 

Textumfang: Ein bisschen mehr als nur die Würze sollte es schon sein


Was die Textlänge angeht: Sofern Sie die Stellenausschreibung für die Karriereseite Ihrer Website formulieren, gibt es hierzu keine Beschränkungen. Zwar heißt es oft, in der Kürze liege die Würze, aber ohne Bratkartoffeln schmecken Salz und Pfeffer auch nicht.

Umgekehrt müssen Sie einen Text nicht künstlich aufblähen, nur um eine bestimmte Wortzahl zu erreichen. Sagen Sie, was gesagt werden muss.

Formulieren Sie, wie Sie es selbst gern lesen würden (oder versetzen Sie sich in die Zielgruppe und deren spezifische Sprache hinein). Abwechslung bringen Sie auch ins Spiel, wenn Sie zusätzlich andere Stimmen zu Wort kommen lassen. So können Sie beispielsweise jede Anzeige mit einem Zitat eines Mitarbeiters beginnen lassen. Auf der Website dann auch gern mit Foto dieses Mitarbeiters oder gleich der ganzen Crew.

 

Die Pause macht die Musik: Lassen Sie Ihre Anzeige ruhen


Ist Ihre Anzeige fertig, lassen Sie sie mindestens 24 Stunden ruhen. Schließen Sie das Schreibprogramm oder legen Sie Stift und Notizblock beiseite. Gehen Sie durchs Unternehmen oder auf die nächste Baustelle, auf der Ihre Mitarbeiter gerade eingesetzt sind, und halten Sie Augen und Ohren offen. Erkennen Sie wieder, was Sie beschrieben haben? Haben Sie etwas Wesentliches vergessen? Fühlen Sie sich mit einer Formulierung unwohl?

Nehmen Sie dann nach Ablauf der Wartefrist die Anzeige noch einmal zur Hand, bessern Sie nach und bearbeiten Sie jetzt die Feinheiten: Sitzen die Kommas an der richtigen Stelle? Bemerken Sie unschöne Wortwiederholungen (um Alternativen zu finden, können Sie ein Synonymlexikon verwenden)? Sind die Absätze lesbar und haben Sie auf schnöde Aneinanderreihungen verzichtet? Wird Ihr Unternehmen auf eine Weise sichtbar, die Sie sich wünschen? Würden Sie sich gespannt aufrichten und sofort eine Bewerbung abschicken, wenn Sie auf der Suche nach einer solchen Vakanz wären?

 

Und wenn Sie 1001 Tipp lesen:
Schreiben bedeutet nicht, Checklisten abzuhaken


Sie haben bis hierhin gelesen und sich an der ein oder anderen Stelle vielleicht schon gefragt, ob das alles nicht vielleicht ein wenig übertrieben ist. Ob es nicht einfacher geht, so nach dem Motto: Mit diesen 10 Tipps finden Sie sofort den richtigen Stellenbewerber. Einer Checkliste, die Sie befolgen und abhaken können. Dann frage ich Sie: Wie viele dieser Checklisten haben Sie schon gelesen und was hat es Ihnen und Ihrem Unternehmen gebracht?

Stellenanzeigen schreiben, die wirken, ist eine Kunst, keine Wissenschaft. Nicht umsonst gibt es dafür Profis, die sich ganz auf das Formulieren solcher Anzeigen spezialisiert haben. Das Schreiben allerdings ist nur die eine Seite der Kunst. Die andere besteht in der attraktiven Gestaltung Ihrer Anzeige und im Auffinden potenzieller Bewerber, denen die Anzeige auffallen soll, sodass sie diese überhaupt lesen.

 

Hand in Hand zur Stellenanzeige: Gestaltung, Texterstellung und Marketing für die Besetzung Ihrer Vakanzen


Für die Gestaltung Ihrer Anzeige stehe ich Ihnen als Stellenanzeigenspezialist (Print und Web) gern beratend und ausführend zur Seite. Darüber hinaus präsentiere ich Ihnen Vorschläge, wie und wo Sie Ihre Anzeigen am besten einer großen Zielgruppe zugänglich machen. Gern führe ich in Ihrem Auftrag auch Onlinekampagnen durch – beispielsweise mit Google AdWords oder in den Social Media.

Schreiben werde ich Ihre Stellenausschreibung dagegen nicht, das delegiere ich lieber an meine Profitexter aus meinem Projektteam. Und falls Sie jetzt immer noch überlegen, wie Sie den verd… Text und die Anzeige zustande bekommen, nehmen Sie sich einfach an mir ein Beispiel und delegieren Sie ebenfalls. Es ist einfacher und günstiger als Sie denken.

HR-Marktingberatung mit dem StellenanzeigenSpezialist

ÜBER DEN AUTOR

Autor

Joachim Ciliox

 

Als freiberuflicher Grafik-Designer habe ich mich bereits frühzeitig auf die Gestaltung von attraktiven und responsestarken Anzeigen und Stellenanzeigen spezialisiert.

Meine Neukunden haben mich mit ihren ersten Aufträgen als professionellen und seriösen Kreativschaffenden kennengelernt.

Viele von diesen Kunden beauftragten mich über die nachfolgenden Jahre mit der Gestaltung ihrer Firmenlogos, Flyer, Prospekte, Kataloge, Websites, Verpackungsdesigns, Infografiken, Fahrzeugbeschriftungen, Plakat- und Außenwerbung.